Kann man Zufriedenheit lernen?

Ist man gesund, kann seinen Lebensunterhalt bestreiten und vielleicht sogar einmal im Jahr in Urlaub fahren, sollte man ja heutzutage eigentlich zufrieden sein. Geht vielleicht noch der eine oder andere Wunsch in Erfüllung, ist dies natürlich noch besser. Merkwürdigerweise ist es aber so, dass man doch recht schnell wieder unzufrieden wird. Zufriedenheit ist aber sehr wichtig und kann durchaus auch erlernt werden.

Neid und Unzufriedenheit

Es sind oft die Kleinigkeiten, die den Menschen Grund geben, neidisch zu werden. Legt sich der Nachbar oder Bekannte beispielsweise ein neues Fahrzeug zu, ist dies für viele Leute Grund genug, neidisch und auch unzufrieden zu werden. Gleiches gilt natürlich auch dann, wenn sich Bekannte beispielsweise eine teure Urlaubsreise leisten. Die eigenen Dinge erscheinen plötzlich in einem ganz anderen Licht, wenn man sieht, was der andere hat. Plötzlich tauchen Dinge auf, die immer besser und schöner sind als die, die man selbst besitzt. Dabei ist die Unzufriedenheit oder auch der Neid, wenn man dies so bezeichnen möchte, eigentlich oft nur ein Zeichen mangelnden Selbstbewusstseins. Wer selbstbewusst ist und nicht ständig an sich selber zweifelt, ist nämlich auch wesentlich zufriedener. Dabei bedeutet genau diese Zufriedenheit gar nicht, dass man auf Etwas verzichten muss. Natürlich sollte man gewisse Dinge immer vor Augen haben, die man zwar nicht besitzt, dafür aber erstrebenswert sind. Ziele und Wünsche hat jeder, und das ist auch gut so. Wichtig dabei ist jedoch, dass die selbst gesteckten Ziele immer erreichbar und in greifbarer Nähe bleiben.

Es ist relativ einfach, sich sein eigenes Unglück selbst einzureden. Dies kann zum Beispiel durch ständiges Nörgeln an sich selbst oder an der Umwelt geschehen. Häufig neigen die Menschen auch dazu, die Vergangenheit zu verherrlichen und damit auch die Gegenwart gewissermaßen schlecht zu reden. Tatsächlich geht dies schneller als man denkt, da man automatisch dazu neigt, die Vergangenheit ziemlich verklärt wahrzunehmen. Man könnte sagen, die Ereignisse von damals (besonders die negativen) erscheinen heute in einem ganz anderen Licht. Die negativen Dinge werden gerne verdrängt. Zurück bleiben durchaus schöne Erinnerungen, die dann die gesamte damalige Zeit viel positiver erscheinen lassen, als sie es tatsächlich war. Tatsächlich gab es allerdings früher mit Sicherheit genauso viel zum Nörgeln wie heute auch. Leider ist es auch so, dass man dazu neigt, mit vermeintlichen Misserfolgen und dem, was man nicht erreicht hat, zu hadern. Sieht man jedoch genauer hin, so ist hier bereits ein erster Hinweis zu finden, der zur eigenen Zufriedenheit beitragen kann. Kennt man nämlich die Ursachen der Unzufriedenheit, ist bereits der erste Schritt getan, hieran etwas zu verändern. Es sind keineswegs nur die großen und bedeutenden Dinge, die zur eigenen Zufriedenheit beitragen können. Häufig sind es vor allem die kleinen und auch einfachen Dinge, welche die ersten Schritte in die richtige Richtung ermöglichen.