Schlechte Bezahlung für Texte(r)

Computertastatur

Die Ansprüche an im Internet veröffentlichte Texte sind zum Teil sehr unterschiedlich. Natürlich hängt dies nicht unwesentlich mit einer sehr unterschiedlichen Preisgestaltung zusammen. Viele Auftraggeber verlangen hochwertige Texte zu Dumping-Preisen, welche zudem noch mit zum Teil seltsamen Keyword-Kombinationen vollgestopft sein sollen.

Texte für Internetseiten

Die meisten Texter schreiben wohl (zumindest am Anfang) Texte, die auf diversen Internetseiten oder Online-Shops veröffentlicht werden sollen. Noch vor einigen Jahren reichte es aus, wenn diese Texte mit den gewünschten Keywords gespickt waren, damit die Texte in den Suchergebnissen von Google & Co. möglichst hoch gerankt wurden. Inhalte dagegen suchte man in solchen Texten meist vergeblich. Heute geht es im Wesentlichen darum, die Leser mit guten und nützlichen Inhalten zu überzeugen. Ein wichtiges Stichwort ist hier der Mehrwert, den am besten jeder Text bieten sollte. Internetseiten, die gute Texte beinhalten, werden wohl langfristig in den Suchergebnissen nach oben wandern.

Texte für Verkaufsportale und Onlineshops

Gerade im Niedrigpreissegment findet man immer wieder Textaufträge für Kategoriebeschreibungen oder auch Produktbeschreibungen. Da sollen Dinge wie exklusive Lampen, Schmuckartikel oder auch elektronische Geräte an den Mann oder an die Frau gebracht werden. Nicht selten handelt es sich dabei auch um sehr hochpreisige Produkte, die verkauft werden sollen. Allerdings gilt dies nicht für die Texte, welche die Auffindbarkeit der entsprechenden Shopseiten fördern und dadurch den Verkauf ankurbeln sollen. Teilweise werden auf diesen Seiten Texte veröffentlicht, für die der Auftraggeber vielleicht gerade mal 3,50 € bezahlt hat. Die auf den Seiten vorgestellten Produkte dagegen kosten ein Vielfaches. Hier stellt sich natürlich die Frage, wie ein Text für 3,50 € ein Produkt von möglicherweise 350 € verkaufen soll. Im schlimmsten Fall könnte eine solche „Produktwerbung“ dazu führen, dass der Kunde (bzw. der potentielle Kunde) bereits an der Textqualität merkt, wie ernst es der entsprechende Online-Händler mit seinem Angebot tatsächlich meint. Würde eine Produktbeschreibung oder auch eine Kategoriebeschreibung von einem Texter verfasst, der sich in den Kunden hinein versetzt und ihn bei seiner Kaufentscheidung unterstützt, würde wahrscheinlich der entsprechende Text seinen Zweck besser erfüllen können. Ob sich ein Texter ernsthaft mit dem zu verkaufenden Produkt befasst oder sich gar in den Leser des Textes hineinversetzt, wenn er einen Text für gerade mal 3,50 € verfassen soll, wage ich ehrlich gesagt zu bezweifeln.

Geldstücke

Die Preisverhandlungen mit potentiellen Auftraggebern

Für einen Texter ist es sehr schwierig, mit potentiellen Auftraggebern zu verhandeln. Häufig unterscheiden sich die Preisvorstellungen von Texter und Auftraggeber doch erheblich. Hat der Texter beispielsweise einen Wortpreis von vier bis fünf Cent im Hinterkopf, der Auftraggeber dagegen nur Wortpreise bis zu anderthalb Cent, wird es sicherlich schwierig mit den Verhandlungen, meistens sind diese dann sehr schnell beendet. Manche Auftraggeber machen auch solche Aussagen wie diese hier: „Bei diesem Auftrag kann ich Ihnen leider nur einen Wortpreis von 1,2 Cent zahlen. Dafür versorge ich Sie allerdings regelmäßig mit Aufträgen und werde Ihnen dann vielleicht auch mehr bezahlen.“ Was von solchen Aussagen zu halten ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich für meinen Teil käme zum Beispiel nicht auf die Idee, zum Bäcker zu gehen und zu sagen, dass ich für jedes Brötchen statt 30 Cent nur 5 Cent bezahle, dafür aber jeden Tag komme und meine Brötchen hier kaufe und möglicherweise etwas mehr dafür zahle, wenn sie mir schmecken. Außerdem bin ich fest davon überzeugt, dass solche Auftraggeber stets an diesen geringen Wortpreisen festhalten werden, hat man sich erst einmal darauf geeinigt.