Ohne Handy leben - geht das überhaupt noch?

16.02.2016

 

Das Handy ist heute zu einem ständigen Begleiter geworden. Es wird praktisch überall mit hingenommen. Trauen Sie sich eigentlich noch ohne Mobiltelefon aus dem Haus? Was ist, wenn das Handy tatsächlich einmal vergessen wird oder man zu spät bemerkt, dass man ohne unterwegs ist? Könnten die Menschen heute überhaupt ohne Handy leben?

Ausgeschaltetes Handy

Neulich war ich mal wieder spazieren. Etwa auf halbem Wege fiel mir auf, dass ich mein Handy aus Versehen zuhause gelassen habe. Es machte sich doch tatsächlich so etwas wie Unsicherheit in mir breit. Was wäre, wenn ich jetzt in einen Unfall verwickelt würde? Ich könnte mich auch verletzen und wäre dann nicht in der Lage, schnelle Hilfe herbeizuholen. Genauso gut wäre es möglich, auf einmal einen Herzanfall zu bekommen, mir ein Bein zu brechen, einen Schlaganfall zu bekommen und so weiter. Ich wollte mir in diesem Moment mir gar nicht ausmalen, was alles hätte passieren können, als mir bewusst wurde, dass ich ohne Mobiltelefon unterwegs war.

Ohne Handy leben: früher Normalität

Es gab tatsächlich mal eine Zeit, in der ich immer ohne Handy unterwegs war und sogar ohne Handy leben konnte. Tatsächlich besaß ich vor etwa 20 Jahren und davor gar kein Mobiltelefon. Aber auch damals war ich natürlich unterwegs mit dem Auto, mit dem Fahrrad oder auch zu Fuß. Es war damals ganz normal, kein Mobiltelefon dabei zu haben; unsicher fühlte ich mich damals deshalb aber nicht. Man war völlig unbekümmert unterwegs und machte sich überhaupt keine Gedanken darüber, ob und was passieren könnte und wie man in einem Notfall ohne Mobiltelefon zurechtkäme. Tatsächlich hatte ich auch unterwegs schon einmal eine Autopanne, sodass ich auf fremde Hilfe angewiesen war. Ich hatte allerdings damals das Glück, mich in einer Ortschaft zu befinden und klingelte einfach an einer Haustür mit der Bitte, einmal das Telefon benutzen zu dürfen, was auch kein Problem war. Heute würde ich wahrscheinlich in einer solchen Situation von den Leuten gefragt, warum ich nicht mein Mobiltelefon benutze...

Aber zurück zur Gegenwart: Irgendwie stimmte mich die Unsicherheit, die ich in diesem Moment fühlte, sehr nachdenklich. Bin ich tatsächlich schon abhängig vom meinem Mobiltelefon, wenn mir etwas fehlt, habe ich es mal nicht dabei? Tatsächlich war ich doch recht froh, ohne schweren Unfall, einen Herzinfarkt oder sonst irgendeinen schlimmen Vorfall wieder zuhause angekommen zu sein.

Sorgen Handys und Smartphones für gesundheitliche Probleme?

Von irgendwelchen Strahlen oder ähnlichen Dingen möchte ich hier gar nicht erst anfangen. Tatsächlich ist es aber so, dass die moderne Technik auch zu gesundheitlichen Problemen führen kann. Handys, insbesondere Smartphones, haben zugegebenermaßen ihre Vorteile. Sie können einen die Langeweile im Wartezimmer oder auch in der Bahn verkürzen. Tatsächlich klagen allerdings immer mehr Menschen über einen sogenannten Handynacken, einen SMS-Daumen oder über andere seltsame Leiden. Beim Handynacken beispielsweise besteht das Problem darin, dass eine typische Körperhaltung eingenommen wird. Der Blick geht nach unten, dabei wird natürlich der Kopf nach vorne geneigt. Damit er nicht herunterfällt, muss natürlich Muskelkraft aufgebracht werden, wobei sich die Muskulatur verhärtet. Natürlich kann diese Haltung für Verspannungen sorgen. Der SMS-Daumen kommt heute glücklicherweise nicht mehr so häufig vor, da die meisten Leute inzwischen Smartphones verwenden, die keine richtige Tastatur mehr besitzen. Der Touchscreen ist sozusagen etwas „daumenfreundlicher“ als eine gewöhnliche Handytastatur.

Phantomklingeln und Phantomleuchten von LEDs

Jetzt wird es aber richtig interessant. Haben Sie schon einmal etwas von Phantomklingeln oder vom Phantomleuchten bzw. Phantomblinken von LEDs gehört? Ich bis jetzt nicht. Das Phantomklingeln ist ein  Gefühl, ein geisterhaftes Klingeln wahrgenommen zu haben, dass gar nicht stattgefunden und sonst auch keiner gehört hat. Sogar Psychologinnen sollen dieses Phänomen schon untersucht haben. Im Rahmen einer Untersuchung wurden Handybesitzer ab einem Alter von 14 Jahren befragt, ob sie schon einmal das Gefühl hatten, dass ihr Mobiltelefon klingelt, obwohl dies gar nicht der Fall war. Es sind keineswegs nur immer jüngere Leute, bei denen diese Erfahrungen gemacht wurden. Auch ältere Menschen berichteten über sogenannte Phantomwahrnehmungen, bei denen es sich um Anrufer handelte, die Wirklichkeit nicht stattgefunden haben. Bei mir ist das alles natürlich ganz anders. Ich würde sogar sagen, dass es bei mir genau umgekehrt ist. Meistens höre ich mein Mobiltelefon nämlich gar nicht, wenn es tatsächlich klingelt.

 

Ein weiteres Phänomen ist das Phantomblinken der Benachrichtigungs-LEDs von Mobiltelefonen. Viele Geräte besitzen heute Kontrollleuchten, welche in regelmäßigen Abständen kurz aufblitzen, wenn beispielsweise ein Anruf in Abwesenheit erfolgt ist oder eine Nachricht empfangen wurde. An sich ist diese Funktion ja ganz praktisch. Allerdings kann sie auch einmal lästig werden. Stellen Sie sich einmal folgende Situation vor:

Sie sitzen mit Freunden zusammen, und das Mobiltelefon liegt vor ihnen auf dem Tisch. Hin und wieder blinzeln Sie zu Ihrem Handy. Vielleicht ist es Ihnen auch schon einmal so ergangen, dass sie sich gefragt haben, ob nicht die LED kurz aufgeblitzt hat. Wahrscheinlich werden Sie nun ein zweites Mal hinschauen. Dabei treffen Sie aber möglicherweise einen Zeitpunkt zwischen zwei Intervallen, so dass Sie ein stattgefundenes Aufblitzen der Leuchtdiode nicht bemerkt haben. Vielleicht könnte es auch sein, dass Sie gerade in dem Moment geblinzelt haben, als die LED aufblinkte. Irgendwann entschließen Sie sich dazu, doch einmal auf dem Display des Gerätes nachzusehen, ob tatsächlich ein Anruf erfolgt ist oder eine Nachricht empfangen wurde. Klingt das alles absurd oder sogar amüsant? Möglicherweise. Trotzdem macht es den einen oder anderen aber auch nachdenklich.

LED an einem Mobiltelefon

Ich überlege mir ernsthaft, ob ich nicht vielleicht einmal das Mobiltelefon zuhause lasse oder zumindest ausschalte, wenn ich das nächste Mal unterwegs bin. Mal sehen, ob ich es auch tatsächlich mache...