Gewohnheiten bestimmen das ganze Leben

Spuren im Feld

12.01.2016

 

Jeder Mensch hat seine Gewohnheiten bzw. Angewohnheiten. Sie bestimmen das Leben und können entweder den Alltag bereichern, dem Menschen schaden oder einfach nur lästig sein. Sie bestimmen beispielsweise, wann wir aufstehen, wann wir essen, was wir essen und trinken und nicht selten was wir den ganzen Tag über tun. Gewohnheiten können sowohl gut als auch schädlich sein.

Die Sache mit den Angewohnheiten

Gewohnheiten bzw. Angewohnheiten sind schon eine tückische Angelegenheit. Sie bringen uns dazu, Dinge zu tun, ohne es überhaupt bewusst wahrzunehmen. Der Mensch glaubt gerne, dass sein ganzes Handeln alleine von seinem Willen abhängt. Dabei ist es in Wirklichkeit gar nicht immer der Wille, von dem unsere Taten abhängen. Häufig sind es die guten oder schlechten Gewohnheiten, die einen Großteil unserer Handlungen bestimmen. Denken Sie doch nur einmal ans Rauchen. Wie viele Menschen greifen täglich 20 bis 30 mal zum Glimmstängel, ohne es überhaupt noch zu merken. Aber nicht nur solche Tätigkeiten werden durch die Gewohnheiten bestimmt. Auch andere Dinge wie E-Mails kontrollieren, das Handy oder Smartphone in die Hand nehmen, im Internet surfen sowie das Essen und Trinken werden hauptsächlich durch unterschiedliche Angewohnheiten geprägt. Gewohnheiten sind in praktisch die Dinge, die uns durch den Tag bringen, und das aus dem Verborgenen heraus. Man sagt, dass etwa 30 bis 50 Prozent aller täglichen Handlungen allein durch die Gewohnheiten bestimmt werden. Viele Gewohnheiten sind sehr nützlich, manche davon sogar wichtig fürs Überleben, oft können aber bestimmte Gewohnheiten auch als störend empfunden werden oder sogar schädlich sein.

Gute und schlechte Gewohnheiten

Grundsätzlich ist es so, dass das Gehirn nicht zwischen guten oder schlechten Gewohnheiten unterscheidet. Beide Arten von Gewohnheiten haben gemeinsam, dass sie sich, wenn sie sich erst einmal im Gehirn festgesetzt haben, nur sehr schwer ändern lassen und man nur sehr schwer von ihnen loskommt. Dabei hat man nicht selten das Gefühl, dass besonders schlechte Gewohnheiten besonders anhänglich sind und man nur sehr schwer von ihnen loskommt. Tatsächlich ist es allerdings bei allen Gewohnheiten so, dass sie sich nur sehr schwer ablegen lassen. Gute Gewohnheiten allerdings wird man wahrscheinlich nur äußerst selten ablegen wollen. Viele gute Gewohnheiten sind jedoch auch sehr wichtig. Ohne sie müsste man vieles bewusst durchführen und teilweise sogar aufs Neue lernen. Grundlegende Verhaltensweisen wie etwa das Gehen oder auch das Autofahren gehören zu solchen Gewohnheiten. Dadurch, dass wir solche Dinge ohne nachzudenken durchführen können, haben wir beispielsweise beim Gehen oder beim Autofahren genug mentale Energie zur Verfügung, um uns Gedanken über andere Dinge zu machen. Gewohnheiten können uns auch dabei helfen, alltägliche Dinge wie beispielsweise das Zähneputzen nicht zu vergessen. Häufig spricht man hier auch von täglichen Ritualen, die man ohne nachzudenken durchführt und vor allem nicht vergisst.

Der Mensch braucht Gewohnheiten

Tatsächlich sind es in den meisten Fällen die Gewohnheiten, die uns durch Leben bringen. Das Gehirn wäre überfordert, müsste es die ganzen Details des Alltags ständig neu überdenken und koordinieren. Müssten wir uns beispielsweise jeden Tag mehrfach aufs Neue überlegen, welche Schritte erforderlich sind, um das Auto von zuhause zum Arbeitsplatz zu fahren und zurück, hätten wir den Kopf nicht für andere Dinge frei. Es gibt mehr Dinge, die unbewusst gesteuert und kontrolliert werden, als man denkt. Häufig werden routinierte Handlungen bzw. Gewohnheiten auch durch bestimmte Dinge ausgelöst. Beim morgendlichen Zähneputzen kann dies beispielsweise ein unangenehmer Geschmack im Mund sein. Von diesem Moment an nimmt alles seinen automatischen Lauf, bis das Zähneputzen erledigt ist. Viele dieser Gewohnheiten haben sich so tief ins Gehirn eingegraben, dass sie praktisch unbemerkt den Tagesablauf bestimmen. Außerdem sind Gewohnheiten selbsterhaltend. Führen beispielsweise bestimmte Verhalten oder auch Tätigkeiten zu angenehmen Ergebnissen, so werden hierdurch Gewohnheiten gefördert bzw. begünstigt. Das Gehirn merkt sich sozusagen die Zusammenhänge zwischen Tätigkeit und Resultat. Die Tätigkeiten, die zu einem positiven Resultat führen, werden möglichst häufig wiederholt. Die positiven Resultate erzeugen ein Verlangen, wodurch sie die Gewohnheiten, wodurch diese Resultate entstehen, erhalten.

Gewohnheiten können aber auch einschränken

Gewohnheiten können das Leben bereichern, es allerdings auch eintöniger machen. Denken Sie beispielsweise an den täglichen Weg zur Arbeit. Fahren wir morgens und abends eine Strecke, die uns sehr vertraut ist, nehmen wir kaum noch Dinge war, die sich hier abspielen, sofern sie nicht ungewöhnlich sind. Wir gehen oder fahren einen Weg, ohne überhaupt noch wahrzunehmen, was rechts und links von diesem Weg geschieht. Dies gilt nicht nur für den Weg zur Arbeit, sondern in bildlichen Sinne auch für viele andere Dinge im Leben. Teilweise können die Gewohnheiten auch dazu führen, dass man sich gar nicht mehr fragt, ob es nicht vielleicht auch noch einen anderen Weg im Leben gibt als den, welchen man selbst gerade geht. Dies hängt auch mit dem Bedürfnis nach einer gewissen Sicherheit zusammen, das praktisch alle Menschen mehr oder weniger haben. Tatsächlich können Gewohnheiten den Menschen auch Sicherheit geben. Für viele sind Gewohnheiten Dinge, mit deren Hilfe sie ihr Leben leben. Neue Gewohnheiten lassen sich meist einfacher einführen, als alte abzulegen. Die neuen Gewohnheiten beispielsweise lassen sich dadurch sehr gut etablieren, indem sie mit anderen täglichen Verhaltensweisen verbunden werden. Wer Gewohnheiten ändern möchte, denkt meist zuerst daran, seine innere Einstellung zu gewissen Dingen zu ändern und erst dann das Verhalten. Tatsächlich sollte man aber wohl besser anders herum vorgehen.